Bauarbeiten zur Ertüchtigung der Kläranlage Unterdietfurt haben begonnen

Die Bauarbeiten zur Ertüchtigung und dem Ausbau der Kläranlage in Unterdietfurt haben bereits begonnen.

Auf dem Bild von links: Erster Bürgermeister Richard Schneider, Kläranlagenplaner Horst Eger und Technische Verwaltung Rupert Schneider bei der Baubesprechung

Planung für Kläranlage schreitet voran,  Verbesserungsbeiträge werden für die Grundstückseigentümer fällig

Unterdietfurt. Wie schon aus Sitzungsberichten und in der Bürgerversammlung zu entnehmen war, läuft die wasserrechtliche Genehmigung der Kläranlage in Huldsessen und Unterdietfurt spätestens 2020 aus.

Die Ansprüche und Auflagen an die Abwasserbehandlung haben sich die letzten Jahre verschärft. Damit die Kläranlagen den heutigen und zukünftigen Anforderungen, unter anderem hinsichtlich Nitrifikation gerecht werden, müssen diese auf den neuesten Stand gebracht werden um wieder eine wasserrechtliche Genehmigung vom Landratsamt zu erhalten.

Dabei schreibt die zu genehmigende Behörde vor, dass mehrere Varianten im Vorfeld ausgearbeitet und bewertet werden müssen, damit gesamtheitlich hinsichtlich Investition und Betreibungskosten die wirtschaftlichste Form zur Umsetzung gebracht wird. Planer und Sachverständiger Horst Eger, welcher auch als Klärwärter für die beiden Kläranlagen zuständig ist, wurde mit der Planung und Prüfung folgender 4 Varianten beauftragt:

V1-  Beide Kläranlagen werden ertüchtigt.

V2-  Das Abwasser von Huldsessen wird nach Eggenfelden gepumpt und Unterdietfurt wird ertüchtigt.

V3-  Der Standort Huldsessen wird ertüchtigt und ausgebaut und das Abwasser von Unterdietfurt wird   

      nach Huldsessen gepumpt.

V4-  Der Standort Unterdietfurt wird ertüchtigt und ausgebaut und das Abwasser von Huldsessen wird   

        nach Unterdietfurt gepumpt.

Nach ausführlichen Bewertungen und Absprachen mit dem Wasserwirtschaftsamt, stellten Horst Eger und H. Moosbauer vom Wasserwirtschaftsamt die Variantenbewertung im Februar 2018 dem Gemeinderat vor. Dabei kristallisierte sich die V4 mit der Ertüchtigung und dem Ausbau der Kläranlage in Unterdietfurt als die wirtschaftlichste Variante heraus. Diese wurde anschließend im Detail ausgeplant und den Behörden zur Genehmigung vorgelegt.

Auf Basis erster Kostenschätzungen wird die Maßnahme ca. 2,5 Mio € betragen.

Die Wirtschaftlichkeitsprüfung, verbunden mit der Klärung einer Förderung seit dem 01.11.2018 geltenden Förderkriterien, verlief positiv. Die Förderzusage von rund 750 T€ ging am 07.06.2019 bei der Gemeinde ein.

Auch die Unterlagen für die wasserrechtliche Erlaubnis sind nun geprüft und liegen seit 01. Juli für die Dauer eines Monates öffentlich zur Einsicht aus.

Nach dem Kommunalabgabengesetz ist die Gemeinde verpflichtet, die Investition auf die Grundstückseigentümer, Betriebe und neuen Haushalte umzulegen.

Der Gemeinderat hat beschlossen, die Kosten auf die bereits angeschlossenen Grundstücke in Form eines Verbesserungsbeitrages umzulegen.

Für künftige Neubauten und Neubaugrundstücke wird dann ein angepasster Herstellungsbeitragssatz incl. des Verbesserungsbeitrages berechnet. Nach Abschluss der Maßnahme wird auch die Gebührenkalkulation für den laufenden Betrieb der Abwasseranlage neu erstellt. Die Gebühr, welche sich seit Januar 2002 mit 1,50€/ m³ nicht verändert hat, wird dabei entsprechend angepasst.

Der Verbesserungsbeitrag errechnet sich aus Geschoßfläche und Grundstücksfläche des jeweiligen Haushaltes oder Betriebes, multipliziert mit den Beitragssätzen laut Satzung.

Die beitragspflichtige Geschoßfläche ermittelt sich nach dem Außenmaß für jedes Stockwerk vom Keller bis zum ausgebauten Dachgeschoß. Nebengebäude und Garagen sind beitragspflichtig, wenn diese einen tatsächlichen Kanalanschluss haben, oder mit dem Hauptgebäude funktionell verbunden sind.

Die Gemeindeverwaltung ist derzeit damit beschäftigt, für die einzelnen Haushalte und Betriebe die heranzuziehenden Flächen für die Berechnungsgrundlage zu ermitteln. Mit dieser Grundlage werden anschließend auf Basis der Kostenschätzung abzüglich der Förderung die vorläufigen Verbesserungsbeitragssätze in Form eines

€/m²- Wertes berechnet.

Spätestens im September wird der Gemeinderat eine Verbesserungsbeitragssatzung beschließen. In dieser Satzung wird ein vorläufiger Verbesserungsbeitragssatz festgelegt und öffentlich bekannt gegeben.

Der Gemeinderat hat entschieden, dass der Verbesserungsbeitrag in drei Zahlungsschritten zu entrichten ist. Mit der ersten Abschlagszahlung ist dabei im Herbst 2019 nach Baubeginn zu rechnen.

Die zweite Zahlung wird während der Bauphase 2020 fällig. Mit der Endzahlung ist nach Beendigung der Maßnahme im Jahr 2021 zu rechnen, wenn die tatsächlichen Baukosten mit den Firmen abgerechnet wurden